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Startseite Pressespiegel Chris Tourish an der Gitarre (aus: Taunus Zeitung)

Chris Tourish an der Gitarre (aus: Taunus Zeitung)

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Taunus-Zeitung, 16.08.2011, von Dieter Becker

Irische Nacht: 18 Jahre alter Schüler macht Musik für die Pfadfinder

Guinness-Bier vom Fass und zünftige Folkmusik standen am Samstag bei der 17. Irish Night des Pfadfinderstamms " Graue Wölfe" hoch im Kurs. Für die passende musikalische Umrahmung sorgte der erst 18-jährige Newcomer und PRS-Pennäler Chris Tourish.

Von Dieter Becker

Urig ging es zu auf dem Gelände der "Grauen Wölfe" an der Bahnstraße, das die Pfadfinder über Nacht in das wahrscheinlich größte und mit einiger Sicherheit gemütlichste Pub auf dem Kontinent verwandelt hatten. Lediglich ein paar Baumstämme und schweres Segeltuch genügten, um einen stattlichen Pavillon zusammenzuzimmern. Das Festzelt bot aber nicht nur Schutz vor Wind und Wetter, sondern verbreitete dazu auch noch eine behagliche Atmosphäre– Kerzenschein inklusive.

Zu den wichtigsten Zutaten einer Irish Night zählt jedoch zweifellos die Musik, denn in den Pubs werden zum Stout (ein spezielles dunkles Bier, das in dieser Form nur in Irland gebraut wird) traditionell vor allem irische Weisen angestimmt. In diesem Jahr fiel die Wahl der "Grauen Wölfe" auf den Folk-Musiker und Newcomer Chris Tourish, der im zivilen Leben zwar noch die Schulbank drückt und in der Philipp-Reis-Schule erst im kommenden Jahr sein Abitur machen wird, aber trotz alledem bereits über eine zweijährige Bühnenerfahrung verfügt. Mehr noch: In den Adern des sympathischen 18-Jährigen pulsiert zu einer Hälfte echtes irisches Blut, das Chris seinem aus Nordirland stammenden Vater verdankt – der übrigens ebenfalls Musik macht und seine Gabe an den Sohn weitervererbt hat.

Bewaffnet mit einer akustischen Gitarre schmetterte der Barde neben Evergreens wie "Dirty Old Town" oder "Ring Of Fire" auch zahlreiche irische Schunkellieder, beispielsweise den Pub-Klassiker "Molly Malone", aber auch eigene Songs. So zählte eine vertonte Mailbox-Ansage, die Chris unter dem Titel "Mailbox Song" veröffentlicht hat, ebenso zum Repertoire des jungen Künstlers wie das Lied "Special Friend", in dem er seine Gedanken über die Bedeutung von Freundschaften zum Ausdruck bringt.

Gefühlsbetont

Weil die Geschichte Irlands aber immer auch in einem politischen Kontext gesehen werden muss, durften die klassischen Freiheitslieder des Inselvolkes natürlich nicht fehlen. Dabei wurde Chris von der ebenfalls erst 18-jährigen Violinistin Pia Lai begleitet. Zum traditionellen irischen Liedgut zählt beispielsweise "James Connolly", das die Geschichte des gleichnamigen Gewerkschafters erzählt, der nach einem Aufstand gegen das britische Empire im Jahr 1916 hingerichtet wurde. Den Song präsentierte der Gesangskünstler a cappella in Form einer Hymne, wobei seine markante und kräftige, aber doch gefühlsbetonte Stimme besonders eindrucksvoll zur Geltung kam.

Dem Publikum gefiel’s, so dass mehr und mehr Zuhörer im Takt mitwippten. Schließlich brach zur "Titanic"-Filmmusik "My Heart Will Go On" endgültig das Eis: In Feierlaune sangen Groß und Klein den Refrain mit, bis Chris’ Stimme im allgemeinen Trubel beinahe unterzugehen schien.

Unterdessen liefen am Zapfhahn die Leitungen heiß, weil mit steigender Stimmung auch die Kehlen immer durstiger wurden. So floss das Guinness bis spät in die Nacht und dürfte auch im kommenden Jahr wohl nicht allzu schnell versiegen – wenn wieder gefeiert wird im urigsten Pub fernab der "Grünen Insel" Irland.

 

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